Längwiiligi Ziitte

coronavirus-4981176_1920 (Foto: Pixabay)
Gedicht von Lina Wisler-Beck, 22. Juni 1920. Dieses Gedicht wurde verfasst, als vor 100 Jahren (1918-1920) die Spanische Grippe weltweit, so auch in der Schweiz wütete. Das Gedicht passt doch auch für die aktuelle Corona-Situation!
Anita Frehner,






Niene isch Chilbi u niene isch Tanz
deheime ums Hus um versuret me ganz.
I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit
was ächt no wäre 7'mache, dass Zyt umegeit.

Wär gwanet isch z'gumpe und z'tanze, o je
däm düe halt die Süche-Verordnig weh.
E jede muess säge, churzwiligs isch's nit.
No bsunders für ledigi, lustigi Lüt.

Grad äbe der Sunndig wird eim eso läng
s'Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng.
Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt
do müesst me schär buesse - u-ni ha kes Gäld!

Drumm blieb i doheime.I schicke mi dry
u hoffe dä Jammer gang öppe verby.
I bi jo nid einzig, s'trifft anderi o,
s'isch ume es gwane. - Mi zahmet de scho!